Aktien Trading lernen

Aktien für Anfänger – So gelingt der Start mit Aktien

Die Möglichkeiten, eine Verzinsung für sein Kapital zu erlangen, sind aktuell sehr eingeschränkt. Die Anlage in Tagesgeld und Festgeld gleich im Moment nicht einmal die recht geringe Inflation ab. Der Geldanlage in Aktien kommt deshalb eine immer größere Bedeutung zu. Doch wie starten mit Aktien-Trading?

Das Handeln von Aktien ist nicht schwer, wenn man die wichtigen Grundregeln beachtet. Es gibt inzwischen eine unüberschaubare Anzahl an Büchern, Internetforen und Portalen, die das Thema Aktien für Anfänger im Detail behandeln.

Im folgenden Artikel werden ein paar der wichtigsten Grundsätze in sechs Punkten zusammengefasst und vorgestellt. Diese sind leicht zu erlernen und anzuwenden. Das dauerhaft erfolgreiche Aktien-Trading erfordert im nächsten Schritt aber eine doch intensive Beschäftigung mit der Materie. Auf dieser Seite werden viele weitere Informationen zum Thema Aktien traden für Anfänger geboten, Handelsstrategien, Umsetzungshilfen und mehr.

In 6 Schritten zum Einsteiger in Aktien

Sechs Schritte sind erforderlich, um als Anfänger Aktien handeln zu können. Vor der Umsetzung sollte sich der angehende Trader jedoch Gedanken darüber gemacht haben, ob die Aktienanlage wirklich das Richtige für ihn ist. Bei der Klärung dieser Details helfen Bankberater, unabhängige Finanzdienstleister, oder auch eigene, intensive Recherche zu den Risiken. Keine Webseite – auch diese hier nicht – ist in der Lage, Risiken ausreichend zu verdeutlichen.

Die Geldanlage in Aktien, oder das aktive Traden kann immer zu Verlusten von eigenem Kapital führen, und es gibt kein System und kein Vorgehen, was dies vollständig ausschließen kann. Bevor du mit dem Aktienhandel beginnst, solltest du dich wirklich gut über die Risiken informieren. Oder von deiner Bank beraten lassen.

1. Aktien handeln: Bei welcher Bank?

Wer Aktien handeln möchte, benötigt ein Wertpapierdepot. Dieses kann bei der eigenen Hausbank, einer Filialbank, oderr bei einer Online-Bank oder einem Online-Broker eröffnet werden. Online-Banken bieten meist geringere Transaktionsgebühren und verzichten auf eine Depotführungsgebühr.

Filialbanken hingegen bieten Beratung und Service, helfen bei der Wertpapierdepot-Eröffnung und können das eigene Aktiendepot mit im Auge halten. Läuft etwas schief, also gegen den Wunsch des Bankkunden, so können sie selbst reagieren, oder den Kunden auf das Problem hinweisen. Diesen Luxus hat der Online-Broker Kunde meist nicht.

Filialbanken offerieren allerdings gern Aktienfonds oder ähnliche Produkte im eigenen Interesse. Hier ist Vorsicht geboten, da gleichwertige Produkte von anderen Anbietern oft günstiger sein können.

2. Wertpapierdepot eröffnen für Einsteiger

Ist man Kunde einer Filialbank, so hilft der Kundenberater direkt bei der Depoteröffnung, oder nimmt diese gleich selbst vor. Beim Online-Broker muss der Einsteiger sich selbst darum kümmern. Die erforderlichen Unterlagen könnenn via Download erhalten werden, oder auf Anfrage. Sie müssen wahrheitsgemäß ausgefüllt werden.

Wichtig für angehende Aktien-Händler: Die Risikoerläuterung für den Aktienhandel muss gelesen und vor allem verstanden, sowie anschließend unterschrieben werden. Vergisst man dies, so schaltet der Online-Broker den Aktienhandel nicht frei. Du hast dann doppelte Arbeit.

Aktiendepot eröffnen: Einfach und unkompliziert möglich

Anschließend geht es mit den ausgefüllten Unterlagen meist zum Post-Ident Verfahren zu einer Postfiliale. Hier wird die Identität des Neukunden geprüft und vom Postmitarbeiter bestätigt. Die Unterlagen werden versendet, und der Online-Broker aktiviert das Wertpapierdepot umgehend. Er sendet anschließend auch TAN und PIN-Nummern, oder einen TAN-Generator etc. zu.

Nun kann das Wertpapierdepot zum Aktien handeln genutzt werden. Der angehende Trader muss nun Geld auf das zum Depot gehörende Verrechnungskonto überweisen, erst dann kann er Aktien kaufen.

3. Aktien auswählen für Anfänger

Die Aktienauswahl für den Einsteiger ist bereits deutlich schwieriger, als die Depoteröffnung. Zu diesem Thema gibt es unzählige Bücher, von denen sich das eine oder andere zu lesen lohnt. Wichtig: Du solltest eine valide Handelsstrategie haben, die du auch konsequent und reproduzierbar umsetzt. Nur dann hat der Aktien Anfänger eine Chance auf dauerhafte Profitabilität an den Aktienmärkten.

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Wird die Strategie nach einem Verlust jedesmal geändert, so wird das Aktienhandeln eher zum Glücksspiel und zum „blinden Wetten“. Das sollte nicht Sinn der Sache sein.

Für den Aktienhandel gibt es unterschiedliche Standardstrategien, von denen einige auf dieser Webseite vorgestellt werden. Eine Alternative ist, sich beraten zu lassen. Dies übernimmt (doch wieder) der Berater der eigenen Hausbank, oder einer der wenigen guten Tradingservices, die es im deutschsprachigen Raum gibt.




Aktiv handeln oder passiv investieren?

Beim aktiven Aktienhandel werden Einzelaktien, oder Aktienkörbe, etwa via ETFs, in mehr oder minder großen zeitlichen Abständen aktiv gekauft und verkauft. Hier eignen sich fast alle Zeitrahmen.

Viele Aktien Trader handeln Aktien oder ETFs auf Tagesbasis, sie nutzen also etwa den täglichen Schlusskurs für ihr Trading.

Andere sehr aktive Trader handeln intraday und nutzen hierfür Kurse auf Minutenbasis oder Stundenbasis. Diese Daytrader gehen unter Umständen viele Trades innerhalb eines Tages ein. Auch der Handel auf Wochen. und Monatsbasis ist durchaus gängig. Aktive Tradingstrategien für Aktien führen meist zu mehr Trades und damit zu mehr Transaktionskosten, als passive.

Das passive Investieren hingegen erfolgt meist durch das seltene Kaufen und Verkaufen von Aktien und/ oder ETFs bzw. Fonds: Eine Position wird aufgebaut und möglichst lange, zum Beispiel über Jahre hinweg, gehalten. Man spricht von einem Buy-and-hold Ansatz.

Diese Methode kommt gern beim langfristigen Kapitalaufbau zum Einsatz und bietet ein hochdiversifiziertes Vorgehen. Man baut sich einen Aktienkorb, oder einen ETF-Korb, bestehend aus unterschiedlichen Aktienmärkten, Renten-ETFs und Rohstoff-ETFs auf, den man langfristig hält.

Für den angehenden Aktienanleger ist es wichtig, sein bevorzugtes Vorgehen festzulegen. Wobei niemand verbietet, mehrgleisig zu fahren. Hier solltest du aber strikt getrennt arbeiten, so dass deine Aktivitäten bei der langfristigen Anlage nicht dein aktives Aktien-Trading beeinflussen.

Einzelaktien oder hohe Streuung?

Es heißt, eine große Streuung über viele Aktien hinweg ist besser, als Fokussierung. Im Prinzip ist dies richtig, nur kann eine gute Streuung auf unterschiedliche Weise erreicht werden.

Für den Beginn ist es wichtig zu wissen, dass eine breite Streuung gut durch die Nutzung von ETFs erreicht werden kann, die einen großen Aktienkorb nachbilden. Zum Beispiel einen kompletten Aktienindex.

Einen solchen kann sich der aktive Aktientrader allerdings auch allein zusammenstellen, indem er Aktien nach einem System auswählt, das nach unterschiedlichen Kriterien und geringer Korrelation sucht.

Der Handel ausschließlich von Einzelaktien kann – je nach Tradingsystem – sehr profitabel sein. Hier wird „Streuung“ dann beispielsweise über eine besonders hohe Anzahl an Trades hintereinander erreicht, wobei das Tradingsystem insgesamt auch einen positiven Erwartungswert haben muss.

Der Aktien-Anfänger sollte sich vielleicht jedoch nicht gleich auf diese Art von Trading stürzen, denn es kann in der Tat ein deutlich erhöhtes Risiko auftreten, als bei einem hoch-divesifizierten Depot.

4. Pflege des Aktiendepots für Einsteiger

Hat der Anleger einen Aktienkorb im Depot, so muss er wissen, wann er wie reagiert: Wie reagiere ich, wenn alles gut läuft und sich das Depot positiv entwickelt? Wann und wie reagiere ich, wenn die Kurse einbrechen? Zuvor aber sollte klar sein, wann das Depot überhaupt zu prüfen ist. Muss man täglich hineinschauen? Wöchentlich? Oder sogar stündlich?

Hier kommt es ganz auf die Art des Tradings an. Ein Daytrader schaut unter Umständen minütlich auf die Kurse, ein langfristiger Investor vielleicht einmal im Monat, oder noch seltener.

Wichtig ist, dass man einen Zeitrahmen für die Kontrolle wählt, der dem Trading angemessen ist. Ein guter Ansatz ist es, nach dem Zeitrahmen zu kontrollieren, nach dem ich handle: Trade ich aktiv auf Tagesbasis, so schaue ich einmal am Tag in das Depot. Interessieren mich nur Wochenschlusskurse, so reicht es, jedes Wochenende ins Depot zu schauen.

Zu häufiges, unnützes Nachschauen führt zu Nervosität und zu übereilten Handlungen und wirkt sich wahrscheinlich negativ auf die Performance des Handelssystems aus.

Das Depotjournal

Ein wichtiges Hilfsmittel für Aktien Anfänger und fortgeschrittene Trader ist das Depotjournal oder Tradingjournal. Alle Trades, alle Käufe und Verkäufe müssen detailliert aufgezeichnet werden, damit in regelmäßigen Perioden die Performance des genutzten Handelssystems überprüft und ausgewertet werden kann.

Was gehört hinein? Mindestens Kauf- und Verkaufsdatum der Aktie, die entsprechenden Kauf- und Verkaufskurse, sowie die Performance mit der Angabe, ob der Trade profitabel oder nicht profitabel war. Der Stopp-Loss und Gewinnziel, soweit genutzt, sollten hier ebenfalls eingetragen werden. Viele weitere Daten sind optional, etwa der maximale Intra-Trade Drawdown, MAE, MFE etc. Hierauf kann man als Anfänger aber für die ersten Schritte verzichten.

Wichtig: Die genauen Gründe, warum eine Aktie gekauft oder verkauft worden ist! Hieraus ergeben sich direkte Informationen zum Handelssystem: Ich kann mindestens überprüfen, ob ich meiner Strategie gefolgt bin, oder ob ich abgewichen bin. Es reichen Stichpunkte, die aber alle erforderlichen Informationen enthalten sollten.

Auch emotionale Gründe („ich hatte Angst, dass mein Gewinn wieder verloren geht. Darum habe ich verkauft, obwohl ich kein Verkaufssignal erhalten habe.“) sind hoch relevant.

5. Aktien für Anfänger: Wann soll ich verkaufen?

Eine der Grundregeln, die viel zitiert werden, lautet: Lasse Gewinne laufen, begrenze Verluste. Diese Regel gilt im Prinzip immer, jedoch sind je nach gewählter Handelsstrategie die Methoden völlig andere. Wichtig ist: Schütze dein Kapital. Nur wenn man sein Kapital erhält, ist man dauerhaft in der Lage, an den Börsenmärkten zu handeln.

Aktiengewinne einstreichen für Einsteiger

Wann Gewinne realisiert werden, sollte bereits bekannt sein, bevor man die Aktie kauft: Dies ergibt sich aus der Handelsstrategie. Habe ich ein Kursziel, so kann ich emotionslos handeln. Verkauft wird ohne nachzudenken, wenn das Kursziel erreicht ist. Dies kann man mit bestimmten Ordertypen an den gängigen Börsen sogar automatisieren. Mit Gewinnzielen arbeiten oft Swingtrader, die den genauen Profit-factor ihrer Strategie kennen und wissen. Langfristanleger arbeiten oft mit Trailing-Stopps, oder realisieren Gewinne auf Aktien bei bestimmten Schlüsselereignissen.

Einige Methoden zum Take-profit werden auf diesen Seiten an anderer Stelle vorgestellt.

Verluste halten oder realisieren?

Jeder Trader wird hin und wieder Aktienverluste haben. Hat man ein System gut durchentwickelt, so kennt man die Trefferquote und weiß diese vor dem Hintergrund seiner Aktienstrategie einzuschätzen. Hieraus ergibt sich damit auch die Information, wie lange bzw. wie weit meine Position in den Verlust laufen darf, bevor ich verkaufe. Und dies im Vorfeld, also bevor der Trade eingegangen wird.

Am wichtigsten ist, sich bei eingetretenen Verlusten nicht von seinen Emotionen beeinflussen zu lassen. An den Aktienbörsen kann man kein verlorenes Geld „zurückgewinnen“. Man kann lediglich einsehen, dass der Trade ein Verlusttrade war und neue Trades eingehen.

Wie hoch der absolute Verlust aus einem Aktienkauf ist, hängt im Allgemeinen – und bis auf Ausnahmen – weitgehend vom Trader allein ab. Er ist es, der seine Positionsgröße so zu wählen hat, dass ein eintretender Kursverlust aus einem Aktien-Trade nicht zu viel Gewicht erhält.

6. Immer mir dabei: Steuern auf Aktiengewinne

Alle Kursgewinne, die man aus dem Handel von Aktie erhält, müssen versteuert werden. Deutsche Online-Broker ziehen die Abgeltungssteuer direkt bei der Realisierung eines Trading-Gewinnes ab. Ein Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass der Trader den Freibetrag von 801 Euro (für eine Einzelperson) nicht versteuern braucht. Hat man keinen solchen eingerichtet, so wird stets die Steuer abgezogen. In der Steuererklärung kann man den Freibetrag zumindest nachträglich geltend machen. Hier kann man spätestens auch Verluste aus Aktientrading verrechnen.

Aufpassen muss man bei Brokern, die im Ausland sitzen. Sie ziehen in der Regel keine Abgeltungssteuer ab. Man muss somit alle Aktiengewinne vollständig in der Steuererklärung angeben und dort versteuern. Tut man dies nicht, winkt unter Umständen Ärger.

Aktien für Anfänger: Erst lernen, dann live traden

Dem Aktien-Einsteiger stehen jede Menge Möglichkeiten offen, auch ohne den Einsatz von Kapital in das Aktiengeschäft hinein zu schnuppern. Einige Broker, oder Datenanbieter stellen kostenlose Musterdepots zur Verfügung. Ein einfaches Anmelden reicht hier in der Regel, und schon kann man sich ein eigenes, virtuelles Wertpapierdepot kostenlos einrichten und Aktien handeln üben.

Einen Artikel zur Einrichtung eines kostenlose Musterdepots und mehrere Anbieter findest du hier. Parallel dazu sollte man unbedingt viel lesen und lernen. Einige Standardwerke, die jeder angehende Aktientrader unbedingt kennen sollte, werden auf dieser Seite vorgestellt.

Nie vergessen sollte man, dass Aktienhandel immer mit Risiken für das eigene Konto und Kapital verbunden ist. Eine realistische Einschätzung, welches und wie viel Kapital ich mir für das Trading leisten kann, ist unabdingbar. Hierzu kann unter Umständen ein Finanzberater, oder der Kundenbetreuer der Hausbank helfen.




2 Comments

  • Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Informationen. Das Thema Aktien ist doch umfangreicher als so mancher glaubt. Hier gehört schon ein gewisses Grundwissen dazu, um überhaupt damit zu arbeiten. Viele unterschätzen dies oftmals und glauben ohne Wissen schnell das große Geld machen zu können.

    • Hallo Thomas,

      ja, da hast du leider Recht. Online-Trading sieht leider vielfach deutlich einfacher aus, als es ist. Besonders wenn man langfristig erfolgreich sein und Geld verdienen möchte.