Aktien Trading lernen

Aktien handeln lernen: Trendfolge oder Swingtrading?

Wer Aktien oder CFDs handeln lernen will, muss früher oder später entscheiden, WIE er traden möchte. In diesem Artikel werden drei der grundlegenden Tradingsysteme vorgestellt:

  • Trendfolgetrading
  • Swingtrading (Mean-Reversion Systeme)
  • fundamentale Handelsansätze

Grundlegende Tradingsysteme lernen und verstehen

Die wichtigsten, grundlegenden Tradingsysteme sind: Trendfolge-Systeme, Mean Reversion-Tradingsysteme, fundamentale Handelsansätze. Diese drei Tradingstrategien werden im Folgenden behandelt. Der angehende Trader muss alle diese Strategien kennen und einordnen können, wenn er Trading lernen möchte. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Letztendlich muss er sich dann für eine der großen Richtungen entscheiden und beginnen, sie zu traden. Folgt er einem Portfolioansatz von Strategien, so wird er unter Umständen auch mehrere Ansätze in seine übergeordnete Strategie einbeziehen.

Aktientrader: Bist du eher der fundamentale oder eher der technische Typ?

Beim Aktienhandel gibt es zwei übergeordnete Stoßrichtungen, die sozusagen in entgegengesetzte Richtungen gehen. Es handelt sich um die Fundamentalanalyse und die Technische Analyse.

Aktien handeln mit der Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse geht davon aus, dass der „faire Wert“ eines Unternehmens sich ausschließlich aus den Unternehmensdaten ergibt. Kenne ich alle Unternehmenskennzahlen, sowie alle weiteren Informationen über die Unternehmensentwicklung, so kann ich eine Prognose entwerfen, ob der Aktienkurs eher steigen oder eher fallen wird. Aufgrund dieser Prognose kann dann getradet werden.

Aktien handeln mit der technischen Analyse

Im Gegensatz dazu kümmert sich die Technische Analyse ausschließlich um den Kursverlauf der Aktie in der Vergangenheit und leitet daraus die weitere Entwicklung ab. Hier kommen einfache Chartmuster zur Anwendung, Trendverläufe, Ausbrüche, Fibonacci-Zahlen und vieles mehr. Den Hintergrund bildet die Annahme, dass die Kursentwicklung einer Aktie in der Hauptsache durch psychologische Effekte hervorgerufen wird. Angst, Gier, Panik, Euphorie sind der Grund, warum ein ein Aktienkurs so und nicht anders verläuft.




Die technische Analyse interessiert sich nicht im geringsten für die Unternehmenskennzahlen. Daher muss sich der angehende technische Trader nicht mit dem Lesen von Bilanzen und Cashflow-Statistiken beschäftigen. Die Technische Analyse ist einfach zu erlernen und auch recht einfach anzuwenden. Viele Trader wählen daher diesen Weg. Doch auch hier braucht es viel Erfahrung bis sich dauerhaft und vor allem langfristig erfolgreiches Trading einstellt. Mehr Informationen zur Technischen Analyse gibt es in diesem Artikel hier.

Man kann Fundamentalanalyse und Technische Analyse auch kombinieren, wie viele sehr erfolgreiche Trader bewiesen haben. Ein bekanntes Beispiel für eine erfolgreiche Kombination bietet etwa William O’Neil mit seiner CANSLIM-Tradingstrategie für Aktien.

A. Trendfolgesysteme für das Aktientrading

Trendfolgesysteme sind der klassische Ansatz für das technische Aktientrading. Sie sind einfacher zu lernen und einfacher zu handhaben, als nahezu alle anderen Tradingstrategien. Jeder Trader, der Aktienhandel erlernen möchte, sollte sich überlegen, ob nicht ein Trendfolgesystem für ihn das Richtige ist.

Ziel des Trendfolgetradings ist es, auf einen beginnenden, oder einen bereits laufenden Trend aufzuspringen und möglichst lange, oder wenigstens ein Stück weit, mitzureiten. Die Kunst ist hier, den Startpunkt eines neu beginnenden Aktientrends zu identifizieren, oder festzustellen, dass ein starker Trend vorliegt. Gelingt dies, so erhält man im Allgemeinen ein sehr gutes Chance-Risiko Verhältnis von 3:1, 5:1 oder auch 20:1. Im Gegenzug hat man es mit einer verhältnismäßig geringen Trefferquote zu tun, die bei sehr guten Trendfolgesystemen bei nur etwa 40% liegt. Viele kleine Verluste und wenige große Gewinne sind die Folge. Damit muss der angehende Trader umzugehen lernen. Das ist allerdings einfacher gesagt, als getan. Zudem müssen Verluste wirklich immer strikt begrenzt werden.

Kleine Kontogrößen können Trendfolgesysteme nutzen

Ein großer Vorteil der Trendfolge ist, dass der angehende Trader auch mit kleinerer Kontogröße handeln kann. Es fallen wenige Trades mit hohen Einzelgewinnen an. Ideal also für kleine Konten. Unterm Strich kann eine konsequent umgesetzte Trendfolgestrategie sehr profitabel auf die lange Frist sein. Ein guter Einstieg in Trendfolgestrategien wird in diesem Buch vermittelt.

B. Mean-Reversion Systeme für das Aktientrading

Swingtrading-Systeme oder Mean-reversion Systeme sind etwas komplexer und schwieriger zu erlernen als Trendfolgesysteme. Trendfolgesysteme folgen dem bestehenden Trend.

Mean-Reversion Systeme versuchen im Gegensatz dazu, aus Schwankungen, Korrekturen und anderen Bewegungen, die Trends unterbrechen, Gewinne zu ziehen. Dies erfolgt oft sogar entgegen dem bestehenden Trend (antizyklisch). Swingtrader verfolgen daher eher kürzer laufende Trades mit hoher Trefferquote, aber geringerem Chance-Risiko Verhältnis. Gute Swingtradingsysteme können eine Trefferquote von bis zu 70% haben, wobei das Chance-Risiko Verhältnis 1:1 oder 2:1 ist. Swingtrader machen in der Summe viel mehr Trades, als Trendfolger und halten die Aktien nur einige Tage bis Wochen.

Durch die hohe Anzahl an Trades fallen deutlich höhere Transaktionskosten an, als im Allgemeinen bei einem Trendfolgesystem. Diese können auf die lange Frist alle Gewinne auffressen, wenn das Mean-Reverion System mit zu kleiner Kontogröße gehandelt wird. Im Gegenzug wird der Trader mit kleineren Verlustserien zu kämpfen haben, sofern sein Tradingsystem im Grundsatz profitabel ist. Einige beispielhafte, konkrete Swingtradingstrategien für Indizes werden im Buch „Buch: Trading mit dem richtigen Swing“ vorgestellt.

C. Fundamentalanalyse lernen: Schwierig aber aussichtsreich

Fundamentalanalyse beschäftigt sich mit der Unternehmensanalyse auf Basis der Unternehmensdaten. Cashflow, Verschuldungsgrad, Profitabilität, Earnings per Share, KGV, KBV sind einige der relevanten Kennzahlen.

Der Trader, der Fundamentalanalyse erlernen möchte, muss sich die Grundzüge des Rechnungswesens, der Finanzierungslehre und der Unternehmensbewertung aneignen. Ein Studium der Betriebswirtschaften ist hier deutlich von Vorteil, wenn auch nicht erforderlich. Eine hohe Affinität zu Zahlen und Mathematik ist allerdings angeraten.

Trading auf Basis fundamentaler Daten kann ein hohes Chance-Risiko Verhältnis einbringen. Die Auswahl der geeigneten Aktien ist allerdings recht aufwändig und mit viel Recherche verbunden. Dennoch ist diese Tradingvariante durchaus interessant und wird von vielen erfolgreichen Tradern verfolgt.

Aktien handeln, aber gern auch andere Instrumente

Speziell die technische Analyse wird nicht nur bei Aktien, sondern von vielen Tradern auch am Forexmarkt, bei Indexfutures oder beim Rohstoffhandel genutzt. Die Fundamentalanalyse kann (bezogen auf Volkswirtschaften) ebenso am Forexmarkt zum Einsatz kommen.