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Auf welche Weise kann man Aktien traden?

Wenn man Aktien handeln möchte, so kann man das auf unterschiedliche Weise tun. Jede davon hat ihre Vorteile und Nachteile. In diesem Artikel stelle ich die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Aktienhandel zusammen mit den wichtigsten Eigenschaften einmal vor.

Verschiedene Arten Aktien zu handeln

Nachdem ich in den letzten Jahren viel herumprobiert habe, handle ich Aktien nur noch im Direkthandel. Ich kaufe und verkaufe Aktien direkt an der Börse und nutze keine Derivate. Dieses Vorgehen hat für mich viele Vorzüge, die ich nachfolgend kurz erläutern möchte.
Doch zunächst: Welche Optionen hat man, wenn man Aktien handeln möchte?

Aktien Direkthandel:

Das klassische Vorgehen, wenn man Aktienhandel betreiben möchte, ist der Aktienkauf über die Börse. Man erwirbt damit die Aktie direkt und wird Miteigentümer am ausgebenden Unternehmen, und dies mit allen Rechten (Dividende, Stimmrecht bei der Hauptversammlung etc.).

Vorteile: 1. Man erhält die Aktie als materiellen Gegenwert (auch wenn man sie nie zu Gesicht bekommt). 2. Die Aktienmärkte und Aktienbörsen sind bestens kontrolliert und transparent. 3. Es gibt eigentlich keinerlei versteckte Gebühren. 4. Ich kann mich jederzeit objektiv über den aktuellen Kurs informieren. 5. Aktien haben normalerweise kein Totalverlustrisiko (Klar, es gibt Ausnahmen).

Nachteile: 1. Ich muss jede einzelne Aktie, die ich kaufen möchte, vollständig bezahlen. 2. Ich kann Aktien nicht ohne weiteres shorten (leerverkaufen). 3. Meist sind die Gebühren beim Aktien-Direktkauf höher, als bei anderen Instrumenten. Besonders, wenn ich über einen deutschen Broker US-Aktien kaufen möchte, ist das in der Regel teuer. 4. Aktien kann ich direkt nur an der Börse kaufen, bzw. an wenigen außerbörslichen Handelsplätzen.




Aktien über CFDs handeln:

Aktien kann man auch mittels CFDs handeln. Man erwirbt hierbei keinen echten Gegenwert, sondern nur das Recht, den CFD zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzugeben und eventuelle Gewinne aus der Kursentwicklung der hinterlegten Aktie einzustreichen. CFDs sind einfach aufgebaut und erlauben es, das eigene Kapital zu hebeln. Man benötigt nicht das ganze Kapital, sondern nur einen Teil (Margin). Bei Aktien-CFDs sind dies meist zwischen 5% und 15%, je nach durchschnittlicher Schwankungsbreite. Durch den Hebel kann man überdurchschnittliche Gewinne erreichen, aber auch ebensolche Verluste.

Kennt man den erforderlichen Margin, so kann man sehr schnell und einfach den Hebel ausrechnen. Damit erhält man ebenso einfach seinen Gewinn oder Verlust für den Fall, dass die hinterlegte Aktie um einen bestimmten Prozentbetrag steigt oder fällt.

Vorteile: 1. Ich kann mein Kapital hebeln und zahle über den Margin nur einen Teil des Aktienpreises. 2. Ich kann Aktien auch shorten, also auf fallende Kurse setzen. 3. Die Transaktionsgebühren sind meist geringer, als beim Aktien-Direktkauf. 4. Aktien-CFDs kann man meist auch außerhalb der regulären Börsenzeiten handeln.

Nachteile: 1. Die zugrundegelegten Kurse sind oft von Broker zu Broker unterschiedlich und intransparent. Hier gibt es sehr faire und sehr unfaire CFD-Broker. 2. Der Spread (Spanne zwischen Bid- und Ask-Kurs) kann sich viel stärker erhöhen, als beim Aktien-Direktkauf. 3. Ich habe ein Totalverlustrisiko und muss im schlimmsten Fall noch Geld nachzahlen (Margin-Call). 4. Ich habe Overnight-Gebühren für das geliehene Kapital, das mir der Broker gibt, damit ich auf Margin Aktien traden kann.

Optionsscheine auf Aktien:

Optionsscheine zählen zu den Hebelprodukten. Sie sind das klassische Instrument, um Aktienkäufe gegen fallende Kurse abzusichern. Habe ich eine große Aktienposition und vermute ich, dass die Kurse in der nächsten Zeit fallen, so kaufe ich entsprechend einige Put-Optionsscheine, die das Risiko auffangen. Optionsscheine kann man aber ebenso zum Mithandeln von Aktien nutzen. Auch hier kann ich mein Kapital hebeln, ähnlich wie dies bei CFDs möglich ist. Jedoch macht man dies nicht über einen Margin, sondern über das Bezugsverhältnis. Es gibt also keine unmittelbaren Overnight-Gebühren und keine Nachschusspflicht.

Vorteile: 1. Auch mit Aktien-Optionsscheinen kann man sein Kapital hebeln, es gibt aber keinen Margin-Call. 2. Das Verlustrisiko ist auf den geringen, eingesetzten Geldbetrag begrenzt. 3. Optionsscheine kann man über die Börsen handeln, so dass eine transparente Preisgestaltung besteht. 4. Ich kann Aktien auch shorten, indem ich Put-Optionsscheine kaufe.

Nachteile: 1. Auch hier habe ich ein Totalverlustrisiko. 2. Die Preise der Optionsscheine sind recht schwierig zu berechnen und hängen von vielen (wirklich vielen!) Faktoren ab. 3. Optionsscheine verlieren in Abhängigkeit von der Restlaufzeit an Wert. Also gibt es doch eine Art Overnightgebühr. 4. Je nach Restlaufzeit und Abstand zum Kurswert des Underlyings hohe Spreads gegeben.

Hebelzertifikate auf Aktien:

Hebelzertifikate auf Aktien sind eine gute Alternative zum Handeln von Aktien über Optionsscheine. Sie sind deutlich einfacher gestaltet, so dass ihre Kurse und die zu erwartende Kursentwicklung viel erinfacher zu nerechnen ist. Ansonsten unterscheidet sich der Handel nicht sonderlich vom Optionsscheinhandel.

Vorteile: 1. Das eigene Kapital kann über das Bezugsverhältnis gehebelt werden. 2. Die Kurse von Hebelzertifikaten sind sehr einfach zu berechnen. 3. Auch außerbörslicher Handel möglich. 4. Man kann sowohl Long- als auch Shortpositionen eingehen.

Nachteile: 1. Hier gibt es ebenfalls ein Totalverlustrisiko. 2. Es gibt unzählige Varianten an Hebelzertifikaten, so dass man hier die gewünschte sorgfältig aussuchen muss. 3. Häufig hohe Spreads gegeben, die vom Anbieter nahezu willkürlich festgesetzt werden können.

Aktienoptionen handeln:

Aktien können auch über Optionen gehandelt werden. Da ich mich hiermit jedoch nie im Detail beschäftigt habe, kann ich hierzu keine sachgerechte Meinung abgeben.

Binäre Optionen auf Aktien:

Der Vollständigkeit halber wird diese Variante hier noch genannt. Binäre Optionen eignen sich eigentlich nicht zum Traden von Aktien oder anderen Instrumenten. Hier geht es eher um eine Wette, ob der Wert eines Basiswertes zu einem späteren Zeitpunkt höher, oder tiefer ist, als der gegenwärtige. man findet auch binäre Optionen auf Aktien, aber ein Aktientrading ist hiermit nicht möglich.

Warum Aktien direkt handeln?

Hier kann es sehr unterschiedliche Meinungen geben. Meine ist, dass der Aktiendirekthandel einige unschlagbare Vorteile hat, die keine andere Handelsart ausgleichen kann.

Neben den oben genannten Vorteilen, die das direkte Kaufen und Verkaufen von Aktien bringt, ist mir das Risiko beim Aktienhandel mit anderen Instrumenten einfach zu hoch. Ich nutze ein Swingtradingsystem, das Aktien einige Tage hält und dann wieder verkauft. Hierfür nutze ich keinen (ja, keinen) Stop-Loss, sondern nur ein Take-Profit Signal. Dies kann ich machen, weil ich ein rein quantitatives System benutze, bei welchem mir die Auswertung von Tausenden Trades belegt, dass ein Stop-Loss mein Ergebnis verschlechtern würde.

Würde ich dieses System mit CFDs oder anderen Instrumenten gehebelt handeln, so hätte ich unter Umständen zwischenzeitlich übelste Verluste zu verdauen.

Dies gilt aber nur für mich. Es gibt viele Tradingsysteme, die mit CFDs hervorragende Ergebnisse bringen. Einige bekannte Daytrader in Deutschland handeln ausschließlich CFDs, oder Zertifikate. Auch viele Trendfolgesysteme können mit Hebelinstrumenten sehr profitabel sein. In der Rubrik „Ressourcen für Trader“ findest du einige für dich vielleicht interessante Blogs aufgelistet.

Fazit

Wie man Aktien handelt, ob im Direkthandel, via Optionsscheine, oder mit CFDs, bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt kein Richtig oder Falsch, denn die Wahl der Tradinginstrumente ergibt sich aus den Anforderungen des genutzten Tradingsystems. Das falsche Mittel kann ein Tradingsystem schnell unprofitabel machen. Im Artikel wurden einige der wichtigsten Vor- und Nachteile der verfügbaren Varianten aufgelistet. Nun kommt es darauf an, diese für sich zu prüfen und dann über das richtige Mittel der Wahl zu entscheiden.

In diesem Sinne,

Happy Trading