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Der ADX Indikator für die Analyse von Trends

Der Average Directional Movement Index, kurz ADX gehört zu den wichtigsten technischen Indikatoren in der Finanzanalyse. Mit ihm kannst du die Stärke eines bestehenden Trends messen.

Entwickelt wurde der ADX von J. Welles Wilder, dem wir einige der am häufigsten genutzten Indikatoren verdanken: RSI, ATR, Parabolic SAR.

Den ADX solltest du unbedingt kennen, wenn du Trends in Aktien, Indizes, Währungen oder anderen Instrumenten traden möchtest. Denn er ist sehr hilfreich als Filter für Trends anzuwenden.

Trendstärke mit dem ADX messen

Der ADX misst Trendstärke, sofern ein Trend besteht. Dies ist nicht immer der Fall. Aktienmärkte und andere Märkte verlaufen nur zu etwa 20% bis 25% der gesamten Zeit in mehr oder weniger gut ausgeprägten Trends, die klar als solche zu erkennen sind.

Irgendwann jedoch geht jeder Trend einmal zuende. Dies kündigt sich meist durch eine Phase abgeschwächter Volatilität (Schwankungsbreite) an: Der Kursänderungen werden immer geringer. Schließlich kippt der Markt, und es geht in die andere Richtung.

Der neue Trend beginnt sanft und nimmt dann immer mehr Fahrt auf: Die Volatilität steigt von Periode zu Periode immer weiter an.

Findet der Trader einen gerade stark laufenden Trend, so kann er davon ausgehen, dass dieser noch eine Weile andauern wird. Diese Annahme kann er nutzen, um profitabel zu traden, und den Trend so weit wie möglich mitzunehmen. Genau hierbei unterstützt der ADX Indikator.

Der ADX hilft ihm, festzustellen, wie stark der laufende Trend wirklich ist. Er gibt ihm auch einen Anhalt dafür, ob etwa ein Top oder eine Talsohle in greifbarer Nähe ist. So kann der Trader völlig frei von Emotionen seine Tradingentscheidungen treffen.




Wie funktioniert der ADX Indikator?

Die Idee, die hinter dem ADX steckt, ist verblüffend einfach und effektiv: Der Indikator vergleicht jeweils die aktuellen Tageshöchst- und Tagestiefstkurse mit denen des Vortages.

Ist der Höchstkurs heute höher, als der Höchstkurs gestern, so deutet dies auf einen aufwärts gerichteten Trend hin.

Ist andererseits der heutige Tiefstkurs geringer, als der gestrige Tiefstkurs, so deutet dies auf einen Abwärtstrend hin. Der ADX gewichtet diese beiden Informationen.

Um die Trendstärke zu messen, nutzt der ADX Indikator insgesamt 3 Komponenten. Diese werden als 3 unterschiedliche Linien im Kurschart dargestellt.

  • Die ADX – Linie
  • Die +DI – Linie
  • Die -DI – Linie

Die Position der ADX-Linie liefert dir deine gesuchte Information über die bestehende Trendstärke. Die beiden anderen Linien zeigen die Trendrichtung an.

Trendstärke interpretieren mit dem ADX-Indikator

Ein ADX-Wert von 30 bis 50 zeigt dir, dass ein besonders starker Trend vorliegt, der so noch eine Weile andauern könnte. Als Trader könntest du versuchen, diesen Teil des Trends mit einem Trade zu handeln.

Ist der ADX-Wert über 50, so deutet dies auf das Ende eines Trends hin, das du nicht mehr aktiv handeln solltest. Eine Möglichkeit, die sich hier bietet: Du könntest versuchen, eine mögliche kurzfristige Trendumkehr zu handeln.

Fällt die ADX-Linie unter den kritischen Wert von 25, so deutet dies auf eine Seitwärtsbewegung hin, die nicht mit Trendmethoden handelbar ist. In solchen Phasen greift der Trader besser auf andere Strategien zurück, wie Range-Tradingverfahren oder Oszillatoren.

Um Trends mit dem ADX zu traden, sollte die ADX-Linie sich also zwischen 30 und 50 befinden. Der Bereich 25 bis 30 zeigt einen eher leichten Trend an, der allgemein schwieriger zu handeln sein dürfte.

Trendrichtung mit den +DI und +DI Linien feststellen

Die zwei anderen Linien +DI und -DI zeigen dir, in welche Richtung sich der Trend bewegt.

Befindet sich die +DI-Linie über der -DI-Linie, handelt es sich beim aktuellen Trend um einen Aufwärtstrend. Ist die -DI-Linie über der +DI-Linie, so liegt ein Abwärtstrend vor.

Wie den ADX-Indikator einstellen?

Wie die meisten Indikatoren, ist auch beim ADX die Periodendauer einstellbar, die der Indikator zur Berechnung der ADX-Linie nutzt.

Die klassische Einstellung beträgt 14 Perioden. Man spricht vom ADX(14). Es werden also die letzten 14 Zeitabschnitte, Tage, Stunden, Minuten etc. zur Berechnung genutzt.

Du kannst aber auch einen anderen Wert verwenden, soweit für dein Tradingsystem sinnvoll und erfolgversprechend. Dir sind hier im Prinzip keine Grenzen gesetzt.

Probiere doch einmal bei einem Basiswert deiner Wahl unterschiedliche Zeitrahmen und unterschiedliche Periodendauern aus. So erhältst du einen guten Einblick in die Funktionsweise und Wirkungsweise des ADX-Indikators.

Wie den ADX richtig nutzen?

Der ADX-Indikator allein stellt keine Tradingstrategie dar. Er findet seine Verwendung meist in Kombination mit anderen Indikatoren, oder Methoden zur Generierung von Trading Signalen.

Denn er liefert lediglich eine Aussage darüber, ob ein Trend vorliegt, in welche Richtung dieser geht und wie stark er ist. Den richtigen Einstieg findet man mit weiteren Hilfsmitteln der technischen Analyse.

Fazit: ADX-Indikator für Trendstärke nutzen

Der ADX ist in nahezu jedem Charttool enthalten. Und dies nicht umsonst. Denn der Indikator eignet sich ausgezeichnet, um die Stärke eines bestehenden Trends festzustellen, oder abzuschätzen, ob sich ein Trade noch lohnt.

Er gehört zu den beliebtesten und hilfreichsten technischen Indikatoren. Jeder angehende Trader sollte ihn daher kennen und zumindest einmal mit ihm ein wenig gespielt haben. Weitere Informationen zur Technischen Analyse findest du unter anderem hier.