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Die wichtigsten Indikatoren zur technischen Chartanalyse

Die technische Chartanalyse gehört zu den wichtigsten Werkzeugen für Trader, um den Chart zu beurteilen und danach Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu treffen. Für diese Analyse gibt es diverse technische Indikatoren, die in den vergangenen 50 Jahren (und teilweise noch früher) entwickelt wurden.

In den MetaTrader 4 beispielsweise sind ab Werk rund 200 solcher Indikatoren implementiert. Indikatoren zeigen Trends, die Volatilität, das Momentum oder das Handelsvolumen an, ihre Berechnungsgrundlagen unterscheiden sich oft stark voneinander. Manche Indikatoren sind sich aber auch sehr ähnlich. Tradern wird empfohlen, drei bis vier solcher Indikatoren gleichzeitig einzusetzen – mehr nicht. Am besten übt man den Umgang mit diesen Indikatoren an einem Demokonto. Ich stelle dir hier einige wichtige Indikatoren vor.​

Gleitender Durchschnitt​


Durch eine beliebige Zahl an Kursinformationen lässt sich über einen bestimmten Zeitraum der Mittelwert des Kursverlaufs abbilden. Damit werden starke, singuläre Bewegungen geglättet, der Trader erkennt den in Wahrheit vorherrschenden Trend besser. Gleitende Durchschnitte können als EMA (Exponential Moving Average) oder SMA (Simple Moving Average) gezeichnet werden. Es gibt auch WMA, AMA und viele weitere Varianten von unterschiedlicher Komplexität. Gleitende Durchschnitte stellen die Basis für viele weitere Indikatoren dar.​

Momentum​


Das Momentum kennzeichnet den immanenten Schwung einer Kursbewegung. Es ergibt sich durch die Stärke einer Preisbewegung in Relation zum Zeitraum. Trader können davon ausgehen, dass ein starkes Momentum den Trend noch ein Stück weiter treibt.​

RSI (Relative Stärke Index)​


Der RSI misst die relative Stärke einer Kursbewegung in Relation zur Stärke einer Vergleichsperiode. Diese Relation wird auf einer 0 bis 100 Skala angezeigt. Werte zwischen 50 bis 80 gelten als stark und sprechen für die Fortsetzung des laufenden Trends, über 80 gilt der Trend als überhitzt und könnte brechen. ​

MACD (Moving Average Convergence/Divergence)​


Erfahrene Trader nutzen gern den MACD als Unterstützungsinstrument zur Identifikation von Trends. Er zeigt das Zusammen- und Auseinanderlaufen eines GD (gleitender Durchschnitt) an. Damit lässt sich relativ verlässlich und treffsicher die Trendstärke bestimmen.​

Bollinger-Bänder​


Die Bollinger-Bänder umlaufen den gleitenden Durchschnitt und visualisieren damit den Kursverlauf inklusive der Verbreiterung und Verengung des Trendkanals. Mithilfe der Bollinger-Bänder kann der Trader erkennen, wie weit der Kurs durch Ausschläge gelegentlich vom gleitenden Durchschnitt abweicht.​

ADX (Average Directional-Movement Index)​


Dieser Indikator wurde vorrangig für den Aktienmarkt entwickelt, er zeigt sehr gut Konsolidierungen und eine neue Trendaufnahme an. Sowohl das Vorliegen eines Trends als auch dessen Stärke sind gut zu erkennen.​

Stochastik Indikator​


Dieser Oszillator bezieht sich auf die relative Position eines Schlusskurses zum Hoch und Tief einer bestimmten Zeiteinheit. Das bietet sich in Seitwärtsmärkten als Indikation an, um die Fortsetzung eines Trends rechtzeitig erkennen zu können.​

Put-Call-Ratio​


Dieser Indikator zeigt das Sentiment an, also die vorherrschende Marktstimmung. Es lässt sich bei entsprechender Datenlage erkennen, welcher Anteil der Trader sich eher in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung positioniert. Das Sentiment ist nur ein Stimmungsbild – es können sich die Trader auch mehrheitlich irren.​

On-balance volume​


Den Indikator gibt es schon seit 1946, bis heute wenden ihn Trader gern an. Er setzt den Preis und das Volumen zueinander in Beziehung, zudem ermöglicht er die kumulative Berechnung des Gesamtvolumens.​

Donchian Channel​


Richard Davoud Donchian entwickelte diesen Indikator zur Anzeige der Volatilität. Der Donchian Channel zeigt einen Preiskanal an, der sich mit steigender Volatilität verbreitert. Strategisch lohnt sich der Einsatz für Trendfolgestrategien.​

William’s Percent Range​


Der William’s %R soll überkaufte und überverkaufte Marktsituationen anzeigen. Wenn so ein Zustand erreicht wird, sollten Trader noch eine Weile warten, bevor sie erneut handeln, denn der Kurs kann noch längere Zeit in diesem Bereich verharren.​

Advance Decline Line​


Die ADL wird verwendet, um umkehrende Trends rechtzeitig zu identifizieren. Es ist ein ergänzender Indikator, der die mengenmäßige Entwicklung aufzeigt und daraus prognostiziert, ob der Trend noch andauern oder brechen könnte.​

Ichimoku-Kinko-Hyo​


Der japanische Indikator verwendet Kerzencharts (Candlesticks) als Basis und kombiniert die Aussagen mehrerer technischer Indikatoren zu einem kompletten Handelssystem, den Wolkencharts.

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