Aktien Trading lernen

Kostenlose Musterdepots für Aktientrader

Inzwischen bieten viele Webseiten und Broker die Einrichtung eines kostenlosen Musterdepots an. Hier kann der angehende Aktientrader völlig risikofrei in das Handeln von Aktien und anderen Tradinginstrumenten hineinschauen. Welche Vor- und Nachteile Musterdepots haben und warum wirklich(!) jeder Aktieneinsteiger ein solches anlegen sollte, wird im folgenden Artikel erläutert.

Vorteile von kostenlosen Musterdepots

Musterdepots arbeiten nicht mit echtem Geld. Käufe und Verkäufe werden nicht tatsächlich an den Börsen durchgeführt, sondern lediglich virtuell. Mit Spielgeld sozusagen. Gewinne und Verluste entstehen also nur auf dem Papier, Zahlungsverpflichtungen seitens des Traders, oder seitens des Anbieters des Depots bestehen nicht.

Der Tradingeinsteiger kann in aller Ruhe in das Aktientrading hineinschnuppern und herausfinden, welche Art von Aktientrading ihm liegt, und welche nicht. Er kann unterschiedlichste Strategien und Vorgehensweisen testen, ohne, dass er sein Geld realen Risiken aussetzt. Dies ist gerade für den Einsteiger, der „loslegen“ möchte, sich aber für den Livehandel noch nicht bereit fühlt, eine sinnvolle Hilfe.

Musterdepots können – im Gegensatz zu den meisten Demokonten, wie sie etwa von CFD- oder Forexbrokern gern angeboten werden, im Allgemeinen dauerhaft genutzt werden. Hier kommt also keine Hektik auf, wenn man „nur noch schnell diese eine Strategie testen möchte“, bevor man mit dem echten Handel startet. Der Aktientrader kann seine Handelsstrategien also auch über eine längere Zeit testen und verfeinern, bis er sich ausreichend sicher fühlt.

Für welche Art von Trading eignen sich Musterdepots?

Musterdepots eignen sich im Allgemeinen für alle Arten von Aktientrading. Ob auf Tagesdatenbasis, oder auf Monatsbasis, Aktienhandelsstrategien lassen sich mit einem Musterdepot sehr gut entwickeln und prüfen. Nicht geeignet sind sie hingegen für Intradaytrading (Daytrading). Auch Optionsscheine und Zertifikate können meist im Musterdepot genutzt werden.

Wo ein kostenloses Musterdepot einrichten?

Im Folgenden werden drei kostenlose Musterdepots vorgestellt. Die Anmeldung kann innerhalb weniger Minuten stattfinden, dann kann es auch schon losgehen mit dem virtuellen Aktienhandeln.

Kostenloses Musterdepot bei der Onvista Bank:

Onvista (MyOnvista) gehört seit inzwischen Jahrzehnten zu den führenden Anbietern von Finanzinformationen. Eine kostenlose Anmeldung bei Onvista bietet Zugriff auf unterschiedlicheste Online-Tools für Trader und Anleger. Onvista erlaubt die Anlage von bis zu 15 Musterdepots und stellt auch den Zugriff via Apps zur Verfügung.
Hier klicken, um ein kostenloses Musterdept bei Onvista anzulegen.

Wikifolio: Musterdepot beim Social-Trading Anbieter:

Wikifolio ist eines der bekanntesten Social-Trading Portale. Hier kann man nicht nur kostenlose Musterdepots einrichten, sondern auch die Entwicklung der Depots anderer Trader beobachten. Sehr interessant für Trading-Einsteiger, die hier viel lernen können.
Hier klicken, um ein kostenloses Musterdepot bei Wikifolio anzulegen.

Musterdepot bei Sharewise:

Sharewise ist eine große Aktientrader-Community. Hier tauschen sich unzählige Trader aus und diskutieren Strategien und Anlageideen. Die kostenlose Anmeldung erlaubt die Einrichtung eines Musterdepots und bietet Zugriff auf die Anlageempfehlungen der Community.
Hier klicken, um ein kostenloses Musterdepot bei Sharewise einzurichten.

Fallstricke von Musterdepots: Worauf achten?

Die Nutzung von kostenlosen Musterdepots kann jedoch auch dazu führen, dass man ein falsches Sicherheitsgefühl erlangt. Musterdepots rechnen nämlich einige wesentliche Dinge oft nicht mit ein: Transaktionskosten, Slippage, Spread. Diese Dinge können aber – je nach Kontengröße und Handelsstil – einen signifikanten Einfluss auf die Performance des Aktientradings haben.




Transaktionskosten fallen bei jedem Kauf und bei jedem Verkauf einer Aktienposition an. Sie spielen speziell daher bei Tradern eine Rolle, die relativ viele Trades eingehen. Der Langfrist-Anleger, der Aktienpositionen nur alle paar Monate einmal umschichtet, kann sie in den meisten Fällen vernachlässigen. Der kurz- und mittelfristige Position- oder Swingtrader muss sie mit einrechnen. Transaktionskosten werden im Allgemeinen von Musterdepots nicht einbezogen.

Slippage bescheibt die Differenz, die zwischen dem gewünschten Kauf- oder Verkaufskurs und dem tatsächlich ausgeführten Kurs auftritt. Die paar Sekunden zwischen Orderaufgabe und Orderausführung können – je nach Schwankungsbreite am Markt – zu deutlichen Abweichungen führen. Auch hier kommt es auf den Zeitrahmen an, in welchem der Trader sich bewegt. Interessieren ihn nur Wochendaten, so ist ihm der exakte Ausführungskurs unter Umständen egal.

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf-und Verkaufskurs (Bid und Ask). Hier gelten bezüglich Musterdepots eigentlich die gleichen Details, wie bei der Slippage auch: Für Kurzfrist-Trader ist der Spread unter Umständen sehr relevant, für den langfristigen Anleger eventuell eher nicht.

Diese Punkte gilt es zu bedenken, wenn ein kostenloses Musterdepot genutzt wird. Hier lohnt es sich unter Umständen, von der im Musterdepot angegebenen Performance einen pauschalen Abschlag abzuziehen. Die günstigsten Aktienbroker verlangen derzeit für deutsche Aktien etwa zwischen 5 Euro und 10 Euro je Transaktion.

Weiterhin spielen beim Handel mit „Spielgeld“ psychische Faktoren keine echte Rolle. Gefühle wie Angst und Gier, aufkommende Unsicherheit, ob ich einen Verlust wirklich realisieren, oder ihn weiter halten soll, gibt es in dieser Form daher nicht. Diese Faktoren spielen im Livehandel allerdings eine entscheidende Rolle. Außer man nutzt ein automatisiertes oder teilweise automatisiertes Tradingsystem. Das Livetraden kann man mit einem kostenlosen Musterdepot also nicht trainieren.

Musterdepot einrichten: Eine gute Idee für den Aktien-Einsteiger

Die Nutzung eines Musterdepots ist für den angehenden Aktientrader unbedingt anzuraten. Hier kann er seine ersten Schritte in Richtung des erfolgreichen Aktienhandels gehen. Die drei vorgestellten Musterdepotanbieter sind alle sehr zu empfehlen, die beiden letztgenannten bieten zugleich die Möglichkeit, sich in der Gemeinschaft unzähliger anderer Trader umzusehen. Gerade zu Beginn der Trader-Karriere ist der Austausch mit Gleichgesinnten nicht zu unterschätzen.