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Swingtrading lernen: Traden in jeder Marktphase

Swingtrading ist neben Trendfolgetrading die am häufigsten genutzte Art zu Traden. Die Strategie geht davon aus, dass Kursverläufe nicht linear stattfinden, sondern sich immer um einen Durchschnittswert herum in eine bestimmte Richtung entwickeln. Hierdurch kommt es zu dem bekannten „Zickzack“-Kursverhalten, das man in nahezu jedem Chart sehen kann. Von diesen „Swings“ möchte der Swingtrader profitieren.

Das Swingtrading eignet sich für alle Arten an Tradinginstrumenten, für Aktien, Rohstoffe, Indizes und Währungen. Auch für den CFD-Handel lässt sich Swingtrading gut nutzen, denn die Haltedauer der einzelnen Positionen reicht meist von Minuten, über Stunden bis hin zu maximal einigen Tagen.

Was ist Swingtrading?

Swingtrading bezeichnet ganz allgemein die Strategie, Kursrücksetzer und/ oder kurzfristige Ausbrüche aus einem gleichmäßigen Kursverhalten für das Trading zu nutzen. Der Trader handelt meist entgegen einem bestehenden, übergeordneten Trend (antizyklisch) und versucht, von der Rückkehr des Aktienkurses zum „Normalzustand“, etwa dem übergeordneten Trend, zu profitieren. Aus diesem Grund wird Swingtrading auch als Mean-reversion Trading bezeichnet.

Die Haltedauer einzelner Swingtrades hängt vom Zeitrahmen ab, den der Trader handelt. Manche Daytader nutzen Swingtrading und versuchen, von nur wenige Minuten andauernden Swings zu profitieren. Aktien-Swingtrader handeln gern auf Tagesbasis, nutzen also End-of-day Kursdaten.




Vorteile von Swingtrading

Aktien-Swingtrading auf Basis von Tageskurscharts ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, als voll Berufstätiger am Feierabend Trading profitabel zu betreiben. Einen sehr guten Weg hierfür zeigt Thomas Vittner in seinen Büchern auf. Natürlich verrät er seine Tradingstrategie nicht vollständig. Aber mit ein wenig Vorwissen, Nachdenken und Testen kommt man recht schnell auf die Methodik seines Tradings.

Ein weiterer Vorteil ist eher psychischer Art: Während ein sehr gutes Trendfolgesystem eine langfristige Trefferquote von maximal 40% bis 45% hat, bietet ein gutes Swingtradingsystem eine Trefferquote von 65% bis 70%. Wer also mit vielen aufeinander folgenden Verlusten nicht gut umgehen kann, sollte es vielleicht einmal mit einem Swingtrading-Ansatz versuchen. Aber, wie schon mehrfach angesprochen: Die Trefferquote sagt über die Profitabilität eines Tradingsystems nahezu nichts aus! Hier geht es wirklich nur um das „Recht haben“ wollen.

Durch die geringe Haltedauer kann man ein Swingtrading-System recht schnell quantitativ testen. Bei Trendfolgesystemen, die auf Tagesbasis arbeiten und den Trend so gut wie möglich mitnehmen möchten, erhält man im Jahr unter Umständen nur eine Handvoll Trades, die man auswerten kann.

Ein Mean-reversion System auf Tagesbasis generiert in einem Jahr möglicherweise einige Hundert Trades, so dass man recht schnell seine Statistiken füllen und das Ergebnis statistisch valide auswerten kann.

Nachteile von Swingtrading

Das Traden von Swings gilt als riskanter, als das Traden von Trends. Da dies aber eigentlich nur ein Punkt für die Positionsgrößenbestimmung und das Moneymanagement ist, kann man hier relativieren.

Durch die vielen Trades laufen jedoch hohe Summen an Transaktionskosten auf. Dies sollte man beachten, wenn man ein Swingtradingsystem für sich testet. Auch ist der Profitfaktor, der sich aus dem Verhältnis von durchschnittlichem Gewinn zu durchschnittlichem Verlust ergibt, meist deutlich geringer, als bei einem Trendfolgesystem. Hier machen sich zu hohe Transaktionskosten auch noch einmal deutlich bemerkbar.

Profitabler Handel von Swings

Um Swings zu identifizieren, kommen ausschließlich Charttechnik, Candlestick-Formationen, oder technische Indikatoren zum Einsatz, wobei meist zwei der Ansätze kombiniert werden. Fundamentale Aspekte, wie das KGV, KBV u.s.w werden nicht für die Analyse genutzt.

Handelssignale für Swingtrading mittels Charttechnik

Betrachtet man Kurscharts, so fallen stets mehr oder weniger regelmäßige Zickzack-Muster auf. Diese führen oft in Richtung eines übergeordneten Trends, oder Trendkanals. Der Swingtrader versucht hier, die wiederkehrenden Gegenbewegungen vorweg zu nehmen und sie zu handeln. In einem bestehenden Aufwärtstrend geht er also Shortpositionen ein, wenn er eine kurze Abwärtskorrekturbewegung erwartet. Er wird hier einen Stopp-Loss nutzen, um bei Fehlsignalen den Trade schnellstens zu beenden.

Auch der antizyklische Handel von Ausbrüchen (break-outs) ist möglich. Im Gegensatz zum Trendfolger nutzt der Swingtrader einen Ausbruch aber nicht, um einen beginnenden Trend zu identifizieren (Trefferquote: 30-40%). Vielmehr spekuliert er auf einen Fehlausbruch und geht eine entgegengesetzte Position ein (Trefferquote: 60-70%).

Interessant ist hier eine Strategie, die als Turtle-Soup Strategie bekannt geworden ist. Diese Swingtrading-Strategie wurde so benannt, weil sie das Gegenteil der Turtle-Strategie macht.

Handelssignale für Swingtrading mittels Candlesticks

Eine fast schon klassische Swingtrading-Strategie ist der Handel von Stopperkerzen, oder Umkehrkerzen. Eine exponierte Hammerkerze beispielsweise deutet oft auf das Ende einer kurzfristigen Abwärtsbewegung hin. Hier etwa geht der Swingtrader eine Long-Position ein und versucht, die nachfolgende kurze Aufwärtsbewegung zu traden.

Andere Swingtradingsysteme, etwa einige von denen, die Thomas Vittner in seinen Büchern vorstellt, suchen sich einfach eine bestimmte Folge von tieferen Tiefs heraus und gehen darauf hin eine Long-Position ein, um die prognostizierte, nachfolgende Aufwärtsbewegung zu handeln. Woher die Prognose kommt? Durch eingehende statistische Analysen von vielen Hundert, oder Tausend Trades, die im Backtest (oder auch im Livetest) analysiert worden sind.

Handelssignale für Swingtrading mittels tech. Indikatoren

Technische Indikatoren eignen sich ebenfalls für das Swingtrading. Hervorzuheben sind hier die Oszillatoren, wie RSI, Stochastik und weitere, die überkaufte und überverkaufte Kurse zu identifizieren versuchen. Auch die Bollingerbänder werden gern von Swingtradern genutzt, die Ausbrüche aus den Bändern in Gegenrichtung zu handeln versuchen. Kursziel wäre etwa die (der Mean-reversion Gedanke!) Rückkehr zur Mittellinie.

Swingtrading mit CFDs

Das Swingtrading von Basiswerten mittels CFDs bietet sich wegen vieler Vorteile an. Die Transaktionskosten sind meist geringer, als beim Aktien-Direktkauf. Wenn Indizes, Rohstoffe oder Währungen gehandelt werden sollen, entfallen sie meist sogar ganz.

Und: Währungen und Rohstoffe könnten von privaten Tradern im Direkthandel sowieso nicht gehandelt werden. Sie stellen aber ein sehr beliebtes Tradinginstrument speziell auch für Swingtrader dar.

Die Overnight-Kosten beim Swingtrading mit CFDs bleiben gering, da die Haltedauer maximal wenige Tage beträgt. Der Swingtrader kann auch mit geringem Kapitaleinsatz viele Positionen zeitgleich handeln und so seine Performance erhöhen (vorausgesetzt, der nutzt ein ansich profitables Swingtrading-System).

Achten sollte man aber auf den angebotenen Spread. Dieser sollte stets so gering wie nur möglich sein. Hier lohnt sich unbedingt ein intensiver Anbietervergleich.

Die besten Bücher über Swingtrading

Wer Swingtrading erlernen möchte, der kann sich auf jeden Fall die Bücher von Thomas Vittner anschauen. Hier werden einige Systeme und Prozesse sehr gut vorgestellt und von allen Seiten beleuchtet. Die eigene Systementwicklung nimmt Vittner dem Trader zwar nicht ab, aber die Informationen hieraus helfen an vielen Stellen sehr gut weiter. Die Bücher wenden sich bevorzugt an Feierabend-Trader, die gern auf Tagesbasis handeln möchten. Nicht jedoch an Daytrader, die Swings im Minutenbereich handeln wollen.

Wer noch keine Ahnung von Technischer Analyse hat, die im Swingtrading gern zur Anwendung kommt, der sollte sich speziell das Buch über Bollingerbänder von J Bollinger ansehen, sowie eine Einführung über Technische Indikatoren lesen. Auch die Candlestickanalyse sollte bekannt sein. Hier empfiehlt sich das Buch von S. Nison, der die Candlestickanalyse bei Tradern in aller Welt bekannt gemacht hat.