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Technische Chartanalyse lernen: Die 6 wichtigsten Analysetools

Die Technische Analyse nutzt Preisdaten (den Kurschart) und Umsatzdaten eines Tradinginstrumentes, um Kaufsignale und Verkaufssignale zu generieren. Sie ist inn ihren Grundzügen einfach zu erlernen und auch recht einfach anzuwenden. Während man Kursdaten früher noch mühsam von Hand aufzeichnen und analysieren musste, übernimmt heutzutage der Computer fast die gesamte Arbeit. Viele gute Quellen hochwertiger Kursdaten stehen durch das Internet zur Verfügung und können kostenlos genutzt werden.

6 Top Tools für die Chartanalyse

Durch den Einsatz von Computern ist die Technische Chartanalyse auf der anderen Seite aber auch komplexer geworden. Es existieren unzählige Indikatoren, die sich durch mehr oder weniger geschickte Kombination von Kurs- und Volumendaten erzeugen lassen. Nicht alle davon sind für die Trading-Praxis auch wirklich hilfreich. Der Trading-Einsteiger sieht hier vor lauter Bäumen unter Umständen den Wald nicht mehr.

In diesem Artikel werden 6 der wichtigsten Chartanalyse-Tools vorgestellt. Sie sind alle zeitlose Klassiker und werden seit Jahrzehnten von vielen erfolgreichen Tradern zur Generierung von Kaufs- und Verkaufssignalen eingesetzt.

Chartanalyse lernen: 6 Tools zur Chartanalyse

Tool 1: Trends

Die klassische Theorie von Trends und Trendbewegungen wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Charles Dow begründet. Ihm fiel auf, dass sich Börsenkurse zu gewissen Anteilen nicht zufällig bewegen, sondern Trendbewegungen folgen. Er führte dies auf Gründe zurück, die in den Emotionen der Marktteilnehmer liegen: Hoffnung, Euphorie, Unternehmensgewinne, gute Nachrichten lassen Aufwärtstrends und Bullenmärkte entstehen.

Irgendwann jedoch kippt das Bild: Es breiten sich Zweifel an der positiven Entwicklung aus, die irgendwann sogar in Panik umschlagen kann. Der Aufwärtstrend beginnt zu kollabieren und sich in einen Abwärtstrend zu verwandeln. Pessimismus, Angst, weitere schlechte Nachrichten, schlechte Unternehmenszahlen feuern den Abwärtstrend weiter an, und er entwickelt sich zu einem echten Bärenmarkt. Auch hier beginnt der Markt irgendwann wieder zu drehen, und ein neuer Aufwärtstrend beginnt.

Charttechnik Beispiel für einen Trend

Charttechnik Beispiel für einen Trend (Chart mit Amibroker erstellt)

Die Dow Theorie ist eine der fundamentalen Theorien im Trading. Viele Trading Strategien leiten sich direkt aus ihr ab. Auch die Markttechnische Analyse, die Michael Voigt in Deutschland so bekannt gemacht hat, leitet sich aus ihr ab. Mehr Informationen zur Dow Trendtheorie findest du in diesem Buch hier*, das du unbedingt in deine Trading-Bibliothek aufnehmen solltest.




Tool 2: Trendlinien

Trendlinien helfen dir, einen Trend besser zu erkennen und zu analysieren. Trendlinien werden einfach in den Chart eingezeichnet. Sie verbinden mindestens zwei Hochpunkte, oder zwei Tiefpunkte. Liegt ein Aufwärtstrend vor, so wird die Trendlinie aufwärts verlaufen. Liegt ein Abwärtstrend vor, so verläuft sie abwärts. Trendlinien können auch zur Erkennung von Seitwärtsbewegungen verwendet werden: Eine obere und eine untere Trendlinie begrenzen einen Trendkanal, innerhalb dessen sich der Kurs bewegt.

Beispiele für Trendlinien

Beispiele für Trendlinien (Chart mit Amibroker erstellt)

Viele Trader nutzen solche Trendlinien oder Trendkanäle, um Einstiegs- oder Ausstiegssignale abzuleiten. Kreuzt der Kurschart beispielsweise eine Trendlinie von unten nach oben, so liegt eventuell ein bullisher Breakout vor, der als Tradingsignal gewertet werden kann.

Durchbricht er einen Seitwärts-Trendkanal, so kann dies ein Anzeichen für einen beginnenden Aufwärts- oder Abwärtstrend sein. Beide Trends lassen sich eventuell in Trades umsetzen und handeln.

Trendlinien und Trendkanäle zählen zu den am häufigsten eingesetzten Mitteln der Chartanalyse. Du solltest dich unbedingt einmal näher mit ihnen beschäftigen, wenn du Trading lernen willst. Dieses Buch hier bietet einen sehr guten Einstieg in das Thema Trendanalyse.

Tool 3: Widerstand und Unterstützung

Eine Beobachtung, die Charles Dow bereits hatte, ist, dass Börsenkurse dazu neigen, an bestimmten Barrieren abzuprallen. Er führte dies auf das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurück. Solche Barrieren nennt man Widerstände, falls der Kurs nach oben möchte, aber an einer oberen Schranke abprallt. Man nennt sie Unterstützungen, wenn der Kurs sich abwärts bewegt und von einer unteren Schranke aufgehalten wird.

Unterstützungen und Widerstände

Unterstützungen und Widerstände (Chart mit Amibroker erstellt)

Widerstände und Unterstützungen kommen auch in Trendkanälen, oder Seitwärts-Trendkanälen vor: Der Aktienkurs (oder Devisenkurs etc.) pendelt sozusagen zwischen der oberen und unteren Schranke mehrmals hin und her. Trader nutzen solche Schranken, um von den Abprallbewegungen zu profitieren. Man spricht dann von Range-Trading. Oder sie warten, bis der Kurs über (oder unter) eine der Barrieren ausbricht (Breakout-Trading) und spekulieren auf das Einsetzen eines neuen Aufwärts- oder Abwärtstrends nach einer längeren Seitwärtsbewegung.

Tool 4: Neue Hochs und neue Tiefs

Neue Hochpunkte und neue Tiefpunkte innerhalb von x Tagen (oder Stunden, Wochen, Monaten etc.) wurden in der Vergangenheit von unzähligen Tradern erfolgreich genutzt. Besonders im Bereich der Trendfolger können solche Punkte dazu genutzt werden, um einen Einstieg oder einen Ausstieg zu triggern. Steigt der Kurs auf ein neues Hoch, so liegt ein Kaufsignal vor. Sinkt er auf ein neues Tief, so liegt ein Verkaufssignal, oder ein Shortsignal vor.





Ein neues Hoch wird erreicht

Ein neues Hoch wird erreicht (Chart mit Amibroker erstellt)

Ein neues Tief wird erreicht

Ein neues Tief wird erreicht (Chart mit Amibroker erstellt)

Das Trading mit neuen Hochs und Tiefs funktionierte in der Vergangenheit ganz ausgezeichnet, wie Trader, wie Richard Donchian, William O`Neill, Die Turtle-Trader und viele andere belegt haben. Inzwischen ist dies nicht mehr ganz so. Die Märkte haben sich doch deutlich verändert, die Volatilität hat deutlich zugenommen, die Märkte sind effizienter geworden. Auch heute gibt es noch Trading Strategien, die mit neuen Hochs und Tiefs erfolgreich sind, aber die Systeme sind weit komplexer, als in der Vergangenheit erforderlich war. Interessiert dich das Thema, so schau dir unbedingt dieses Buch hier* näher an. Hier erklärt dir William O`Neill seine recht komplexe Trading Strategie im Detail.

Tool 5: Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte sind vermutlich die ersten „richtigen“ technischen Indikatoren gewesen, die großflächig Anwendung bei Tradern fanden. Ein gleitender Durchschnitt berechnet sich aus dem Mittelwert der letzten x Perioden. Dieser Wert wird als Kurve direkt in den Kurschart eingezeichnet. Gleitende Durchschnitte lassen sich in unterschiedlichster Weise berechnen: Es gibt exponenziell geglättete Durchschnitte (EMA), gewichtete gleitende Durchschnitte (WMA), adaptive, einfache, mehrfache und so weiter. Alle haben sie gemeinsam, dass sie einen Trend sichtbar machen, aber auf eine dynamische, mitlaufende Art und Weise.

Zwei gleitende Durchschnitte im Einsatz

Zwei gleitende Durchschnitte im Einsatz (Chart mit Amibroker erstellt)

Viele Trader und auch langfristige Investoren nutzen gleitende Durchschnitte, um Kauf- und Verkaufssignale zu gewinnen. Im einfachsten Fall gilt beispielsweise: Schneidet der Kurs einen gleitenden Durchschnitt von oben nach unten, so liegt ein Verkaufssignal vor. Schneidet er ihn von unten nach oben, so liegt ein Kaufsignal vor.

Aber auch zwei gleitende Durchschnitte unterschiedlicher Periodendauer kommen gern zum Einsatz. Schneiden sie einander, so liegen entsprechende Verkauf- oder Kaufsignale vor.

Die gleitenden Durchschnitte sind die wohl populärsten technischen Indikatoren und verdienen unbedingt dein Interesse und eine nähere Beschäftigung.

Tool 6: Candlestick Analyse

Die Candlestick Analyse ist eine bestimmte Art, Kurscharts darzustellen. Sie bietet eine ausgezeichnete Übersichtlichkeit und liefert unzählige, sehr performante Analysemethoden. Ich habe auf dieser Seite mehrere Artikel zur Candlestick Analyse geschrieben, vielleicht schaust du einfach einmal hinein?

Wenn du mehr über die Candlestickanalyse lernen möchtest- und das ist sehr zu empfehlen, denn die Darstellung von Charts als Candlestick ist die wohl am häufigsten angewendete -, dann solltest du dieses Buch hier lesen*. Es stammt von Steve Nison, der diese hochwertige Form der Chartanalyse für das Börsengeschäft populär gemacht hat.

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