Teil 1: Basics für Aktieneinsteiger

Was sind Aktien?

Wenn ein Unternehmen mehr Geld benötigt und Kapital einsammeln möchte, hat es dazu unterschiedliche Möglichkeiten. Zum Einen kann es Darlehen bei Banken und ähnlichen Organisationen aufnehmen, Risikokapital von Venture Kapitalgebern anfragen, oder Förderungen beantragen.

Zum Anderen kann das Unternehmen kleine Unternehmensanteile an private oder institutionelle Investoren verkaufen:

Es kann „Aktien“ ausgeben.

Eine Aktie ist quasi ein kleiner Anteil am Unternehmen. Kaufst du eine Aktie, so wirst du sozusagen Miteigentümer (Aktionär) am Unternehmen. Damit kommen wir zu einer ersten wichtigen Regel: Kaufe nur dann Aktien, wenn du darauf vertraust (weil du glaubst, zu wissen meinst etc.), dass das Unternehmen in Zukunft Gewinne erwirtschaften wird und in der Lage ist, zu wachsen und sich positiv zu entwickeln.

Im Gegenzug für sein eingebrachtes Kapital erhält der Aktionär eine Dividende und (ferner) Kursgewinne (soweit es dem Unternehmen gut geht und es Gewinne erwirtschaftet).

Mehr Informationen: Was sind Aktien?



Was ist der Aktienmarkt?

Der Aktienmarkt ist ein Ort, an welchem Aktien von Unternehmen gekauft oder verkauft werden können. Potenzielle Käufer und Verkäufer kommen hier zusammen und betreiben Handel. Sozusagen wie auf jedem anderen Markt auch.

Das Handelsgut sind jedoch Aktien der unterschiedlichsten Unternehmen. In Deutschland werden die wichtigsten Aktienmärkte durch die Börse Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf bedient. Es handelt sich hierbei um sogenannte Parkettbörsen. Weiterhin gibt es in Deutschland den Handel über die elektronische Börse XETRA, der vollständig elektronisch läuft.

Der Handel über Xetra funktioniert komplett computergestützt. Das System bringt hierbei Käufer und Verkäufer automatisch zusammen. Und das in minimaler Zeit. Der Xetrahandel ist ausgesprochen effizient und komfortabel.

Es gibt in DE außerdem noch den (kostengünstigen) außerbörslichen Handel über den Tradegate-Markt. Während Xetra und die Parkettbörsen am späten Nachmittag schließen, kann über Tradegate außerbörslich bis 22 Uhr gehandelt werden.

In USA werden die Aktienmärkte in der Hauptsache durch die Börsen Nasdaq (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) und NYSE (New York Stock Exchange) repräsentiert. Beide sitzen in New York.

Wie kann ich Aktien kaufen?

Der Kauf und Verkauf von Aktien funktioniert über einen Aktienbroker. Dies kann die Hausbank übernehmen, oder eine der vielen Online-Broker, die meist deutlich günstigere Konditionen bieten. Der Aktienbroker hat meist direkten Zugang zu den Aktienmärkten und wirkt damit als Vermittler zwischen Käufer oder Verkäufer und dem Aktienmarkt.

Die Arten von Aktienbrokern variieren. Einige wichtige Online-Broker für den deutschen Raum sind: Consors Bank, Comdirect, Flatex, WH Selfinvest, Lynxbroker. Jeder davon hat seine eigenen Vor- und Nachteile, je nachdem, wie du handeln möchtest.

Hier ist es wichtig, den Broker nach den eigenen Anforderungen auszuwählen. Jemand, der US-Aktien handeln möchte, ist beim Lynxbroker aufgrund der in DE unschlagbar günstigen Transaktionskosten für US-Aktien gut bedient.

Jemand, der ein komfortables Backend und eine gute, persönliche Beratung haben möchte, geht vielleicht eher zur Consorsbank oder zu Comdirect. Möchtest du Aktien über CFDs handeln, bist du mit WH Selfinvest sehr gut bedient.

Sind die Kosten besonders wichtig und sollen bevorzugt deutsche Aktien, Zertifikate und Optionsscheine gehandelt werden, liegt Flatex nahe.

Die eigene Hausbank bietet – im Gegensatz zu den meisten Online-Brokern – eine umfassende Anlageberatung, die auf dich, als Kunden, genau zugeschnitten ist. Dafür möchte sie natürlich tendenziell höhere Gebühren haben. Vor- und Nachteile eben.

Was kostet es Aktien zu kaufen und verkaufen?

Die Kosten für das Kaufen und Verkaufen von Aktien sind sehr unterschiedlich und hängen in der Hauptsache vom gewählten Broker ab. Die meisten Online-Broker verlangen keine Depotgebühren, einige Hausbanken jedoch schon. Hier fallen unterschiedliche Beträge an, am besten erkundigst du dich vorab bei der Hausbank.

Ansonsten wird der Großteil der Kosten durch das An- und Verkaufen von Aktien selbst erzeugt: es geht um die Transaktionskosten, die bei jedem Kauf und bei jedem Verkauf anfallen.

In Deutschland bewegen sie sich – je nach Broker – für deutsche Aktien zwischen 4 Euro und 10 Euro je Transaktion, es werden für große Anlagebeträge allerdings auch prozentuale Gebühren veranschlagt. Hausbanken verlangen bis zu etwa 30 Euro je Transaktion.

Hinzu kommen beim Kauf über XETRA oder eine Parkettbörse noch Börsengebühren, die jedoch zu einem nur geringen Zuschlag führen. Beim Handel etwa über Tradegate entfallen Börsengebühren.

Für ausländische Aktien, etwa US-Aktien, fallen bei deutschen Brokern meist deutlich höhere Transaktionskosten an. Eine Ausnahme stellt etwa der Lynx Broker dar, der für den Handel von US-Aktien nur bis 5 Euro je Transaktion verlangt. Wer US-Aktien handeln möchte, kann gern zu Interactive Brokers gehen, die gerade einmal 1 USD Kommission je Transaktion für eine 2000 USD-Order verlangen.

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist ein Geldbetrag, der von einer Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Meist geschieht das einmal im Jahr, seltener auch zweimal im Jahr. Die Dividende bezahlt das Unternehmen meist aus den laufenden Gewinnen. Der Aktionär erhält diese Dividende sozusagen als sichere Verzinsung seines in das Unternehmen investierten Kapitals.

Eine gute Dividende ist im Allgemeinen höher, als der Zinssatz, zu dem Geld risikofrei angelegt werden kann (zum Beispiel in festverzinslichen Wertpapieren, oder in Tagesgeld).

Im Moment bekommt man nahezu kein Geld über risikofreie Anlagen. Ein „gutes“ Tagesgeldkonto erwirtschaftet aktuell vielleicht noch 0.1 % im Jahr, so dass eigentlich jede Dividende, die über diesen Betrag hinausgeht, eine „gute“ Dividende ist. Hierbei darf man jedoch nicht das Kursrisiko der Aktien vergessen: Fällt der Aktienkurs im laufenden Jahr um 4%, so ist eine Dividende von 1.5% nicht mehr so „gut“. Denn du verlierst in der Summe Geld.

Wo findet man Informationen zu Aktien und Unternehmen?

Hier gibt es viele Möglichkeiten. Auf den Webseiten des Unternehmens selbst gibt es im Allgemeinen eine Rubrik „Investor relations“ oder „Financial innformation“. Hier findest du die Geschäftsberichte der letzten Geschäftsjahre, sowie aktuelle Informationen zur Gesundheit und Entwicklung des Unternehmens.

Auf den Webseiten deines Brokers wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch fündig. Hier gibt es auch Kursinformationen und (meist) Zusammenfassungen der Unternehmensbilanzen, sowie aktuelle Analysen der Börsenanalysten.

Auch auf den Seiten der Börsen lohnt sich das Nachschauen, denn sie bieten oft hochrelevante Informationen zu Unternehmen, Kursen und Wirtschaftszahlen. Als Beispiel schau dir vielleicht einmal die Webseite der Börse Frankfurt (Link) an.

Schau dir unbedingt meine Ressourcen-Seite an, hier findest du einige gute Informationsquellen, die ich dir empfehlen kann. Ansonsten helfen einfach Google und Yahoo (Yahoo Finance) mit Unmengen kostenloser Unternehmensdaten weiter.