Teil 2: Vorteile und Risiken im Aktienhandel

Was sind die Vorteile von Aktien Trading und Investieren?

Das Kaufen und Verkaufen von Aktien ist sehr einfach zu handhaben, sobald man ein Wertpapierdepot bei seinem Broker eröffnet hat. Der Aktienhandel bietet einige wesentliche Vorteile gegenüber anderen Investitionen:

1. Der Aktienmarkt ist ein sehr liquider Markt. Es findet sich eigentlich immer ein Käufer, oder ein Verkäufer, der die Gegenseite des Geschäftes einnimmt. „Eigentlich“ bedeutet, dass es jedoch auch Ausnahmen gibt. Aktien von sehr kleinen Unternehmen, die nur eine geringe Aktienanzahl ausgegeben haben, oder insgesamt eine nur geringe Marktkapitalisierung aufweisen, finden unter Umständen nicht sofort einen Käufer oder Verkäufer. Hierzu zählen etwa die berüchtigten Pennystocks.

Dennoch, der Aktienmarkt ist deutlich liquider, als etwa der Immobilienmarkt. Eine Immobilie zu verkaufen (oder zu kaufen) erfordert oft einen Zeitraum von mehreren Monaten, während ein Aktienportfolio mit dem selben Marktwert innerhalb von Sekunden, oder Minuten gehandelt werden kann.

2. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der aktuelle Wert der gehaltenen Aktien zu nahezu jedem Zeitpunkt mehr oder minder exakt bekannt ist. Hierfür gibt es die Kursfeststellungen der Börsen, oder der außerbörslichen Institutionen. Möchtest du wissen, was deine Aktien (oder deine Aktienfonds) gerade Wert sind, so schaust du einfach auff der Webseite deines Brokers, oder direkt bei der Börse nach.

3. Aktien bringen Dividenden, also eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Und dies auch in Zeiten, in denen Tagesgeldkonten und Festgelder nahezu keine Gewinnne erwirtschaften. Voraussetzung ist natürlich, dass das Unternehmen auch eine Dividende zahlt.

4. Aktiengewinne bringen Steuervorteile: Früher gab es die Spekulationsfrist, also eine Mindesthaltedauer, nach der alle Aktiengewinne steuerfrei wurden. Dies ist inzwischen nicht mehr so. Allerdings werden Aktiengewinne, oder andere Formen von Wertpapiergewinnen, über die Abgeltungssteuer pauschal mit nur 25% besteuert. Ein recht guter Wert, wennn man sich andere Steuersätze anschaut.




Was sind die Risiken?

Den vielen Vorteilen des Aktienhandels stehen – wie könnte es ander sein – auch Nachteile und Risikenn gegenüber. Das größte Risiko ist wohl das Kursrisiko: Der Aktienkurs macht einfach nicht, was du von ihm willst. Du kauftst eine Aktie in der Hoffnung, dass der Kurs weiter steigt, aber er will einfach nicht. Oder schlimmer, er fällt und fällt. Hier nutzen dann auch hohe Dividenden nichts: Fällt der Kurs stärker, als die Höhe der Dividende, so machst du Verlust. Je größer dein Verlust, desto schwieriger wird es, wieder in der Gewinnzone zu landen. Ein Beispiel hierzu:

Verlierst du 10% deines Aktienkapitals, so benötigst du 11% Gewinn, um ohne Verlust aus dem Geschäft hinauszugehen. Zuzüglich der gezahlten Gebühren! Dies erscheint durchaus ok. Aber:

Verlierst du 30% deines Aktienkapitals, so muss sich dein Konto bereits um mehr als 40% erholen, damit du verlustfrei bist! Vierzig Prozent! Das ist schon ein sportlicher Wert, selbst für Aktien, die sich tendenziell stärker bewegen, als etwa Rentenpapiere.

Hieraus ergibt sich schnell eine sehr wichtige Regel für den Aktienhandel: Wenn du all dein Geld in ein einziges Unternehmen investierst und sich der Aktienkurs halbiert, verlierst du 50% deines Aktienkapitals! Darum ist es meist schlau (und wichtig), sein Kapital auszusplitten und in mehrere unterschiedliche Aktien, oder andere Anlageformen, zu streuen. Dadurch verringerst du tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines großen Verlustes. Typischerweise investieren Aktientrader nicht mehr als 5% bis 10% ihres Anlagekapitals in einen einzigen Wert, und sie investieren auch nicht alles verfügbare Kapital nur in Aktien.

Um seine Verlustrisiken in einem Trade zu begrenzen, nutzen viele Aktienhändler einen Verlust-Stopp: Fällt der Aktienkurs unter diesenn Wert, so verkauft der Investor, um sein Kapital zu schützen. Diese sogenannten Stopp-Loss Verkäufe kann man auch automatisieren, so dass die Aktie automatisch verkauft wird, wenn der Stopp-Loss Level erreicht, oder unterschritten wird. Diese Funktion bieten nahezu alle Broker inzwischen standardmäßig an.

Weitere Risiken sind Währungsrisiken, wenn du Aktien in anderen Währungen kaufst und der Euro mal wieder einbricht (oder stark ansteigt).

Wie viel Geld kann ich verlieren?

Beim Handel von Aktien besteht grundsätzlich das Risiko, sein gesamtes Geld zu verlieren: Unternehmen können überraschend insolvent werden, oder Aktienkurse können aus anderen Gründen um 90% fallen. Dies ist nicht die Regel, aber das grundsätzliche Risiko besteht.

Dies sollte man nie vergessen. Besonders schlimm ist, wenn man mit geliehenem Kapital investiert ist, oder über Margin (z.B. CFDs) handelt. In so einem Falle verliert man nicht nur sein Geld, sondern hat unter Umständen noch hohe Schulden, die zurückgezahlt werden wollen.

Was jedoch passieren kann und durchaus realistisch ist:

Angenommen du bist in 10 Unternehmen investiert und hast in jedes dieser Unternehmen 10% deines Kapitals gesteckt. Weil du dein Kapital schützen möchtest, nutzt du einen Stopp-Loss in Höhe von 20%. Wenn also der Aktienkurs eines der Unternehmen in deinem Portfolio um 20% vom Einstiegspreis aus gesehen fällt, so verkaufst du die gesamte Aktienposition.

Was verlierst du in diesem Fall? 10% investiertes Kapital * 20% Stopp-Loss macht 2% deines Gesamtkapitals. Diese 2% riskierst du also in jeder deiner Aktienpositionen.

Wenn nun alle deine Aktien um je 20% abstürzen, wie dies in einem dieser seltenen, aber vorhandenen Monster-Crashs passieren könnte, verlierst du 10 * 2%. Das macht in Summe 20% deines gesamten Aktienkapitals. Dies ist ein durchaus realistisches Worst-case Szenario, mit dem du rechnen solltest.

Verluste und Verlustrisiken gibt es am Aktienmarkt immer und jederzeit. Kurse sind nicht vorhersehbar, du kannst maximal Wahrscheinlichkeiten annehmen und versuchen, damit zu arbeiten. Das Ziel beim Aktienhandel ist es, Gewinne zu erwirtschaften, die größer sind, als die Verluste.

Wieviel Geld kann ich verdienen?

Du errätst es wahrscheinlich schon selbst: Das, was man mit dem Handel von Aktien verdienen kann, hängt vom Risiko ab, das man eingeht, sowie von der Erfahrung, die man erworben hat:

Das Risiko, das man eingeht, besteht in der Hauptsache in dem eingesetzten Kapital. Wie viel setze ich auf eine Aktie, und wie viele Aktien halte ich gleichzeitig? Je höher beide Zahlenwerte, desto höher das Risiko, desto höher aber auch die potenziellen (absoluten) Gewinne.

Man kann das Risiko weiter erhöhen, indem man sich Geld leiht, das man investiert. Mehr Geld steht nun zur Verfügung und geht in die obige Rechnung ein. Oder man handelt Aktien-CFDs auf Margin. Auch dies ist ja eine Form Geld zu leihen.

Ziel ist es, mehr zu verdienen, als man verliert. Dies bedeutet, wenn ich einen durchschnittlichen Verlust von 3% je Trade aufweise und einen durchschnittlichen Gewinn in Höhe des Dreifachen des durchschnittlichen Verlustes habe, so erziele ich eine Rendite von 9% – 3% macht 6%. Nicht schlecht in Zeiten, in denen ich 0.5%, oder weniger auf mein Tagesgeldkonto erhalte.

Der Gewinn ist prozentual. Dies bedeutet, je mehr Geld ich investiere, desto höher ist mein absoluter Gewinn.

Wie kann ich mehr verdienen?

Wie bereits angesprochen, je höher das eingesetzte Kapital und je besser das Verhältnis von durchschnittlichem Gewinn zu durchschnittlichem Verlust, desto höher der Gewinn.

Wichtig ist, wie oft ich Aktienpositionen eingehen kann. Erzeugt meine Handelsstrategie nur drei Signale im Jahr, so ist dies etwas völlig anderes, als wenn meine Strategie ein Signal je Woche erzeugt. Je häufiger ich neue Positionen eingehen kann, desto höher meine „Exposure“ ist, desto höher sind meine potenziellen Gewinne (falls alle anderen Parameter gleich bleiben).

Ein Beispiel hierzu: Riskierst du die oben angesprochenen 2% je Trade, dies aber nur drei Mal im Jahr, so ist es eher unwahrscheinlich, dass du eine überdurchschnittliche Rendite machen wirst.

Auf der anderen Seite: Schaffst du dass Ganze 3 Mal im Monat, so hast du eine deutlich höhere Chance auf eine hohe Rendite. Zugleich steigt aber auch deine Chance auf höhere Verluste. Dies gehört leider immer dazu.

Wie kann ich weniger Geld verlieren?

Eine Möglichkeit ergibt sich direkt aus dem letzten Abschnitt: Riskiere weniger Geld und handle weniger Positionen am Aktienmarkt. Eine andere Möglichkeit ist es, Methoden der Aktienanalyse zu erlernen: die fundamentale und/ oder die technische Aktienanalyse und nutze diese Mittel, um deine Aktienauswahl so zu verbessern, dass du deinen durchschnittlichen Gewinn vergrößern und deinen durchschhnittlichen Verlust verringern kannst.