Teil 3: Fundamentale und Technische Analyse für Aktientrader

Wie man Unternehmensaktien analysieren kann

Was eine Aktie ist und wie Chancen und Risiken des Aktienhandels sind, habe ich versucht, in aller Kürze in Teil 1 und Teil 2 dieses Aktienkurses für Einsteiger zu erklären. Nun geht es um die Frage, WIE ich die richigen Aktien auswählen kann. Hierzu muss man wissen, auf welche Weise Aktien überhaupt analysiert werden können.

Aktien analysieren bedeutet, sich ein Bild davon zu machen, ob die betrachtete Aktie, beziehungsweise das ausgebende Unternehmen, eher eine Kaufgelegenheit ist, oder eher nicht. Hier gibt es zwei grundlegende Varianten:

1. Die Technische Analyse (Was verrät uns der Kursverlauf?)
2. Die Fundamentalanalyse (Was verraten und die Unternehmensdaten?)

Es gibt viele weitere Analyseverfahren für Aktien. Einige vollautomatische Tradingsysteme durchsuchen beispielsweise selbständig Nachrichten und kaufen oder verkaufen Aktien auf Basis guter, oder schlechter Nachrichten. Die Intermarketanalyse analysiert und interpretiert mittel- und langfristige gesamtwirtschaftliche Betrachtungen und generiert damit Kaufsignale für bestimmte Branchenaktien. Es gibt sogar Tradingsysteme, die Mondzyklen, oder andere astrologische Phänomene zur Aktienauswahl heranziehen.




Ein Beispiel:

Die technische Analyse und die fundamentale Analyse sind jedoch die am meisten verwendeten Analysearten für Aktien. Wieso? Die meisten Aktien Einsteiger versuchen herauszufinden, ob die Aktie, die sie im Visier haben, ein „sicherer Kauf“ mit Gewinnpotenzial ist. Sie denken vielleicht an Apple und überlegen, dass Apple regelmäßig tolle neue Produkte herausbringt, die von Unmengen an Menschen gekauft und genutzt werden. Steigen sie ein wenig weiter ein, so schauen sie sich womöglich die Gewinne der letzten paar Quartale und die aktuelle Bilanz von Apple an. Sie nutzen damit bereits in Ansätzen die Fundamentalanalyse.

Steigt der Kurs trotz toller Untenehmensgewinne und großartiger Verkaufszahlen nicht an, sondern bricht vielleicht sogar ein, so kann dies charttechnisch bedingt sein. Die technische Analyse hilft dann, zu erkennen, wie lange und wie weit der Kurs fallen könnte, bevor er wieder steigt.

Sehr oft tendiert eine Aktie trotz guter Unternehmensdaten deutlich abwärts. In diesem Falle verlieren die Anleger Geld. Andererseits gibt es unzählige Unternehmen mit grottenschlechten Bilanzen, die dem Investor dennoch Unmengen an Geld einbringen. Aus diesem Grund muss jede Tradingstrategie umfassend getestet und verfeinert werden, bevor sie live gehandelt wird.

Technische vs. Fundamentale Analyse

Im Folgenden stelle ich beide Analyseverfahren kurz vor. Sowohl die Fundamentalanalyse, als auch die Technische Analyse haben ihre Fürsprecher. Beide Varianten können jeweils mit einer großen Anzahl sehr bekannter und sehr erfolgreicher Trader aufwarten. Einige Trader kombinieren beide Varianten auch. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Jeder der beiden Wege kann sehr erfolgversprechend sein. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, den Weg zu finden, der einem selbst liegt und mit dem man selbst am meisten anfangen kann.

Technische Analyse im Überblick

Die technische Analyse nutzt ausschließlich den Kurschart, sowie eventuell zusätzlich die Volumendaten. Bilanzen, Gewinne, Umsätze spielen keine Rolle und werden vollständig ignoriert. Die technische Analyse geht davon aus, dass stets alle für die Entwicklung des Aktienkurses relevanten Daten im Kursverlauf enthalten sind.

Kursverläufe sind für die meisten Aktien für die letzten Jahre und Jahrzehnte inzwischen kostenlos im Internet zu erhalten. Dies erlaubt es, seine eigenen Tradingstrategien rückwirkend umfassend zu testen. Günstige Backtesting-Software kann hier unterstützen.

Die Idee hinter dieser Form der Aktienanalyse ist, bestimmte Chartpattern, Kursverläufe und Kursformationen, oder Trends aus dem Chart herauszulesen, die eine erhöhte Wahrscheinlichkeit nahelegen, dass sich der Kurs in die eine, oder in die andere Richtung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes bewegen wird. Der wichtige Punkt ist hier: Wahrscheinlichkeit. Denn im Trading gilt mehr, als in vielen anderen Branchen: Nichts ist zu 100% sicher.

Weiterführender Artikel: Technische Analyse – Was jeder Trader darüber wissen sollte

Fundamentalanalyse im Überblick

Die Fundamentalanalyse beschäftigt sich mit den Unternehmensdaten, den Schulden, Gewinnen, Cash-flow, Bilanzen. Diese Informationen liefern meist die Broker, oder aber die Unternehmen selbst, in Form von Quartals-, Halbjahres-und Jahresberichten.

Die Idee hinter der fundamentalen Analyse ist, dass der Investor Unternehmen finden möchte, die auf Basis ihrer Zahlen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in der überschaubaren Zukunft steigen, oder aber weiterhin steigen werden. Starke, gesunde Unternehmen zu kaufen ist eine sehr gute Idee, aber auch sie können eine längere Zeit fallende Kurse aufweisen. Hier hilft dann die technische Analyse weiter, wenn es bei einem aussichtsreichen Unternehmen um die Frage geht, wann genau der beste Einstiegszeitpunkt gekommen ist.